Motive für die Entdeckungsreisen

Motive auf Entdeckungsreise zu gehen gab es viele. Neben Ruhm und persönlichen Gewinn waren es aber auch das Streben unbekannten Völkern das Christentum zu bringen. Und natürlich standen wirtschaftliche Interessen häufig im Vordergrund. So musste vor dem 15. und 16. Jahrhundert kostbare Stoffe und noch kostbare Gewürze über den Landweg aus Asien ans Mittelmeer und nach Europa gebracht werden. Pfeffer und andere Gewürze waren in Europa begehrt und teuer. Um sich den Handel mit den Gewürzen selbst zu sichern und Zwischenhändler auszuschalten, strebte Portugal auf dem Seeweg um Afrika herum direkt nach Asien. Und so brachte Vasco da Gama im Jahre 1498 von seiner Fahrt aus Indien nach Portugal vier Schiffsladungen Gewürze (Pfeffer, Ingwer, Zimt und Nelken) mit. In Portugal (und nicht nur dort) waren diese Gewürze ein Vermögen wert und nicht mit Gold aufzuwiegen.

Entdecker erhofften sich Reichtümer

Und auch Christoph Kolumbus brach in Richtung Westen auf, da er sich, und seine Geldgeber, die spanische Krone, direkten Zugang zu den Reichtümern Indiens und Chinas erhofften. Wobei die aller-katholische Königin Isabella durchaus auch die Bekehrung der entdeckten Völker zum Christentum im Sinn hatte.

Wissenschaftlicher Ruhm durch Entdeckungen

Erst im 17. Jahrhundert traten die wirtschaftlichen Interessen in den Hintergrund. Der britische Entdecker James Cook brach gleich auf mehrere Reisen in den Pazifik auf, von der letzten sollte er nicht zurückkehren. Während seiner Reisen beobachtete er eine Sonnenfinsternis auf Tahiti, fertigte Karten von Neuseeland und der Ostküste Australiens, erforschte das Große Barriereriff. Und statt kostbare Stoffe, Gewürze oder gar Gold brachte James Cook eine Schiffsladung mit botanischen und zoologischen Funden zurück nach England.

Expeditionen und Entdeckungen im 19. Jahrhundert

Das Zeitalter der wissenschaftlichen Expedition und Entdeckungen begann dann erst richtig im 19. Jahrhundert. In der ganzen Welt machten sich Forscher auf um unbekannte Regionen zu erkunden. Weiße Flecken auf der Landkarte wurden weniger. Natürlich nahm man sich erst - scheinbar - leichte Ziele vor. So blieb den Entdeckern im 20. Jahrhundert dann kaum noch was übrig, außer die wirklich entlegenen Regionen wie die Antarktis oder Arktis. Der erste Mensch erreichte wohl erst 1909 den Nordpol (Robert Edwin Peary, 1856-1920), der Wettlauf zum Südpol war von 1909 bis 1911 in Gange.

Nachdem auf der Erde alle weißen Flecken erkundet und entdeckt waren, strebte der Mensch nach höherem und machte sich auf den Weg ins Weltall. Aber das ist eine andere Geschichte.

Kein Platz für Entdeckerinnen?

Und aus Entdeckern wurden Forschungsreisende. Wie die Britin Mary Kingsley (1862-1900), die als Ethnologin, Reiseschriftstellerin und Vortragsreisende nachhaltigen Einfluss auf die Vorstellung von WEstafrika in Großbritannien nahm. Eine Entdeckerin war sie wohl nicht, aber wo es nichts zu entdecken gab, gab es immer noch viel und gründlich zu forschen und das tat Mary Kingsley.

Nicht nur Europäer waren Entdecker

Bekannt sind uns meist Europäer als Entdecker oder auch Amerikaner. Aber natürlich kannten auch andere Kulturen Entdecker. So war Túpac Yupanqui (gestorben 1493) nicht nur der 10. Herrscher des Inkareiches in Peru, er war wohl selbst mit dabei, als eine Flotte aus Balsalflößen die Osterinseln entdeckten.


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