Vasco Núñez de Balboa

Der spanische Entdecker, Konquistador und Abenteurer Vasco Núñez de Balboa wurde im Jahre 1475 bei Jerez de los Caballeros (Extremadura) in Spanien geboren. Der erste Europäer, der den Pazifik erblickte, nahm ein gewaltsames Ende, er wurde im Januar 1519 in Acla, in der Nähe von Darién, Panama, hingerichtet.

Núñez de Balboa war zudem der erste Europäer, der auf dem amerikanischen Kontinent eine dauerhafte Siedlung gründete, Darién.

Herkunft Vasco Núñez de Balboa

Vasco Núñez de Balboa entstammte einem verarmten Adelsgeschlecht aus Galicien. Sein Vater war der Hidalgo Nuño Arias de Balboa, seine Mutter ist unnbekannt. Verarmte spanische Adlige, gerade aus der Extremadura, nutzten ab 1492 die Möglichkeiten, die sich durch das von Christoph Kolumbus neu entdeckte Land jenseits des Atlantiks boten, de Balboa war einer dieser Abenteurern. Die Nachrichten von Gold und Reichtum jenseits des Meeres lockte auch ihn.

Vasco Núnez de Balboa kommt in die neue Welt

Im Jahre 1500 nahm Vasco Núñez de Balboa als einfacher Matrose an einer Expedition des Rodrigo de Bastídas (1445-1527, spanischer Konquistador) teil. Diese diente der Erkundung der kolumbianischen und der nördlichen Küste der Meerenge von Panama. Man erreichte schließlich 1501 die Küste der Karibik und auch die Küste des heutigen Kolumbien. Danach folgte eine kurze Zeit als Schweinezüchter in Hispaniola (Haiti). Allerdings ohne das nötige Glück.

Neue Abenteuer von Balboa

Seine Zeit als Landwirt war allerdings nicht erfolgreich. Bis 1510 hatte Vasco Núñez de Balboa so viele Schulden, dass ihm kaum noch eine Perspektive auf Hispaniola blieb und so ergriff er die Flucht. Dafür ließ er sich auf ein Schiff schmuggeln. Das Schiff sollte ursprünglich an die Nordküste von Urabá (Kolumbien) fahren, dort sollte eine Siedlung gegründet werden. Auf der Fahrt wurde der Kurs geändert und statt dessen ging die Besatzung in Zentralamerika an Land. Dort gründete Balboa die erste feste Siedlung Kontinentalamerikas: Santa María de la Antigua del Darién.

Noch im gleichen Jahr wurde Balboa von König Ferdinand V. von Spanien zum Gouverneur von Darién ernannt.

Vasco Núnez de Balboa auf der Suche nach dem Goldland

Wie so viele Abenteurer und Konquistadoren war De Balboa aber auch auf der Suche nach Gold. Seine Position als Bürgermeister von Darien wie auch die eines Gouverneurs reichte dem Spanier nicht und so wurde er zum Konquistador.

Vasco Núñez de Balboa unternahm Expeditionen ins Hinterland seines Herrschaftsgebietes. Dabei traf er auch auf Indios, meist kein friedvoller Kontakt. Berichte der Einheimischen, insbesondere eines Häuptlings Comagre, stachelte die Gier der Europäer nach Gold noch zusätzlich an. Núñez de Balboa glaubte eine Spur des sagenhaften Goldlandes entdeckt zu haben. Häuptling Comagre berichtete auch von einem großen See hinter den Bergen, ein Hinweis auf den Pazifik.

Balboa schreib an den spanischen König. Er wollte eine Truppe, Ziel war das neue Meer und natürlich die Entdeckung des Goldlandes. Allerdings überschnitt sich seine Nachricht an den spanischen König mit Hinweisen aus dem Mutterland, dass ihn in Spanien der Prozess erwarte, der Vorwurf Meuterei. Ohne die Truppen, nur mit seinen Leuten, kam Balboa der Ankunft der dafür zu erwartenden Gerichtsperson zuvor. 190 Mann schlossen sich ihm an als er erklärte, die Landenge von Panama überqueren zu wollen. Unter den 190 Mann, die sich Nunez de Balboa anschlossen war auch Francisco Pizarro.

Durchquerung von Panama

Am 1. September 1513 begann der Marsch durch die Landenge. Begleitet wurden die spanischen Abenteurern dabei von indianischen Lastenträgern und zahlreichen Bluthunden. Mit Schwer und Axt ging es durch den Dschungel, Angriffe von Indios und Angriffe von Stechmücken erschwerten den Weg ebenso wie Zecken, Skorpione, Ameisen, Alligatoren und Schlangen. Nicht alle Soldaten der Truppe überstanden das, viele wurden krank und schwach. Kranke wurden zunächst zurückgelassen, wurden so ein Opfer der Tiere und daher später getötet, um ihnen Quallen zu ersparen.

Drei Wochen dauerte es und aus dem Trupp von 190 Soldaten war ein Trüppchen von 69 Mann geworden. Diese Truppe erreichte den Berg, von dessen Gipfel man den großen See sehen sollte. Núñez de Balboa ließ seine Mannschaft zurück, den ersten Blick auf den unbekannten Ozean wollte er alleine werfen. Damit sicherte sich Vasco Núñez de Balboa wohl sehr wissentlich die Ehre, der erste Spanier, der erste Europäer, der erste Christ gewesen zu sein, der den Pazifischen Ozean sah.

Der Spanier entdeckt den Pazifik

Am 25. September 1513, gegen 11 Uhr am Vormittag, war es dann so weit. Vasco Núñez de Balboa blickte als erster Weißer den Pazifik und zwar dort wo der Golf von San Miguel liegt. Vom Berg bis zum Meer waren es dann noch vier Tage, an der Küste des Meeres angekommen, stellte De Balboa fest, dass das Wasser tatsächlich salzig war und so nahm er das Südmeer (mar del sur) für den spanischen König in Besitz. Den Namen Pazifik sollte dieser Ozean erst später erhalten. Fernando de Magellan nennt das Südmeer 1520 so, friedlicher Ozean, Océano Pácifico.

Gold und Perlen werden gefunden

Aber nicht nur der Ozean war gefunden, die Spanier fanden hier auch Gold und Perlen. Einheimische berichteten den Spaniern zudem von Biru im Süden, ein weiteres Land, in dem es unermessliche Schätze geben sollte, die ersten Hinweise über das Inka-reich in Peru.

Pazifik-Expedition kehrt nach Darién zurück

Die Überlebenden der Pazifik-Expedition kehrten am 19. Januar 1514 wieder in Darién zurück. Auch Balboa überlebte die Expedition, wenn auch nur knapp.

Vasco Núñez de Balboa will mehr

Vasco Núñez de Balboa wollte eine neue Expedition ausrüsten, Ziel war diesmal die Eroberung Perus. Intrigen am spanischen Hof führten aber zu seiner Absetzung als Gouverneur von Darién. Immerhin wurde Nuñez de Balbo vom spanischen König im Juli 1515 noch zum Generalkapitän der Provinzen Coiba und Panama sowie zum Gouverneur der Südsee ernannt. Vier Jahre lang unternahm Balboa noch die eine oder andere Entdeckungsfahrt entlang der Küste von Panama. Sein Stern sank, schließlich wurde er von Pedrarias Dávila verhaftet und ohne Anklage und ohne die Möglichkeit zur Verteidigung zusammen mit vier Freunden in der Stadt Acla in Panama im Januar 1519 enthauptet.


Andenken und Ehrungen für Vasco Núñez de Balboa

Der Panamaische Balboa, die Währung von Panama, ist nach dem Spanier benannt.
Nach Balboa sind auch zahlreiche Straßen, öffentliche Plätze und Parks benannt worden. In Madrid steht eine Statue des Entdeckers des Pazifiks.

In Panama gibt es ein großes Monument, dass den Entdecker Vasco Nuñez de Balboa mit Schwert und Fahne auf einer Weltkugel zeigt.

Sternstunden von Stefan Zweig

Stefan Zweig, widmet der Entdeckung des Pazifischen Ozeans einen Teil seiner Sternstunden der Menschheit. Titel dieses Teils ist Flucht in die Unsterblichkeit. Sternstunden der Menschheit ist eine Sammlung von 14 historischen Miniaturen, das Buch erschien erstmals 1927. Stefan Zweig sammelte historische Begebenheiten, deren Auswirkungen die Geschichte der Menschheit verändert haben.

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