Alfonso de Albuquerque

Alfonso de Albuquerque, auch Alfonso der Große, geboren 1453 in Alhandra nahe Lissabon, gestorben am 16. Dezember 1515 auf Reede vor Goa (Westindien). Militär, Politiker und Seefahrer aus Portugal.
Weitere Namen des Seefahrers waren César del Orient (Cäsar des Orient), León de los Mares (Löwe des Meeres), El Terrible (Der Fürchterlich).

Kurzbiographie Alfonso de Albuquerque

Herkunft des Seefahrers

Alfonso de Albuquerque entstammte dem portugiesischen Hochadel. Sowohl Vater als auch Mutter waren mit den portugiesischen und kastilischen Königshäusern verwandet.

Jugend und erste militärische Erfahrungen

Seine Jugend verbracht Alfonso am Hof des portugiesischen Königs AlfonsV. Ab 1476 kämpfte er als Gefolgsmann des späteren Königs Johann II. in diversen Kriegen für Portugal.

Alfonso de Albuquerque Reise nach Indien

Erst 1503 begibt sich Alfonso de Albuquerque auf seine erste Reise nach Indien. Im Jahre 1506 wird Alfonso de Albuquerque von König Manuel I. von Portugal zum zweiten Gouverneur aller portugiesischen Besitzungen in Asien ernannt. Der Titel Vizekönig, den sein Vorgänger Francisco de Almeida noch erhalten hatte, bleibt Alfonso allerdings verwehrt. Er wird Befehlshabers eines kleinen Geschwaders und segelt vorbei am Kap der Guten Hoffnung in Richtung Indien. Im weiteren Verlauf seines Aufenthalts dort gelingen im diverse Eroberungen. So versucht Albuquerque auch die blühende Hafenstadt Malakka (heute Melaka in Malaysia) zu kontrollieren. Diese lag auf den Weg zu den begehrten Gewürzinseln. Nach diversen militärischen Auseinandersetzungen mit dem dortigen Sultan, wird diese gefangengesetzt. Und Albuquerque legt zur Sicherung des für den Gewürzhandel äußerst wichtigen Außenpostens den Grundstein für die spätere steinernen Festung A Famosa. Malakka bildete eine der wichtigsten Verbindungen zwischen der Halbinsel Malakka und Sumatra.

Fahrt ins Rote Meer

Ab 1513 wendet sich Alfonso de Albuquerque seinem eigentlichen Auftrag zu, die Sicherheit der portugiesischen Schifffahrt gegenüber Angriffen von Türken und Arabern zu garantieren. Als erster Europäer überhaupt unternimmt der Portugiese mit seiner Flotte eine Aufklärungsfahrt ins Rote Meer und führt dort einen erfolgreichen Kaperkrieg. Unter seiner Führung wird die Insel Ormuz (heute Hormus im Iran) am Eingang des Persischen Golfes besetzt und später zu einer starken Festung ausgebaut. Bis 1622 bleibt Hormus einer der Hauptstützpunkte der Portugiesen in Asien, dann wird die Festung von den Briten erobert.

Alfonso de Albuquerque wird Opfer einer Intrige

Im Jahre 1515 wendet sich das Glück gegen Alfonso de Albuquerque und er wird Opfer eine Intrige am portugiesischen Königshof. König Manuel I. entzieht im das Vertrauen und einer von Alfonsos Feinden wird zu seinem direkten Nachfolger als Gouverneur ernannt. Wenige Tage, nachdem er von seiner Absetzung erfahren hatte, starb er auf dem Weg von Hormuz zurück nach Goa auf Reede vor seiner Hauptstadt. Ursprünglich in Goa beigesetzt, wurden 1566 seine sterblichen Überreste unter großen Ehren nach Lissabon überführt.

Alfonso de Albuquerque mehr Eroberer als Entdecker

Alfonso de Albuquerque schloss die portugiesischen Eroberungen im Osten ab. Zu seinen Erfolgen gehörte die Einnahme von Goa (1510), Malakka (1511), Calicut (1212) und der Malabarküste. Alles diente dem Zweck, die Herrschaft über den lukrativen Gewürzhandel zu erlangen und zu sichern. Zu den Plänen des portugiesischen Seefahrers gehörte wohl auch die Eroberung von Mekka und Jerusalem und er plante wohl die Zerstörung von Kairo durch die Umleitung des Nils ins Rote Meer. Diese ehrgeizigen Pläne konnte der Militär aber nicht mehr verwirklichen.

Zwar hatte Alfonso de Albuquerque große Erfolge die portugiesische Herrschaft in Indien auszubauen und zu sichern. Es gelang ihm aber nicht diese auch jenseits des Indischen Ozeans auszudehnen. Sein Angriff im Jahre 1513 auf Aden, das Tor zum Roten Meer, blieb erfolglos.

Immerhin war er der erste Europäer, der mit seiner Flotte eine Aufklärungsfahrt ins Rote meer unternahm.


Entdecker de Welt Lexikon | Entdeckungsgeschichte | Impressum | 2017