Alexander der Große

König und Reichsgründer Alexander der Große lebte von 356 v. Chr. Bis 323. Von 336 v. Chr. bis zu seinem Tod war Alexander König von Makedonien und Hegemon des Korinthischen Bundes.

Alexander III. von Makedonien (Aléxandros los Mégas) sah sich sicherlich selbst eher als Eroberer als Entdecker. Aber auf seinem Feldzug, dem sogenannten Alexanderzug, drang Alexander bis an den Indischen Subkontinent vor.

Kurzbiographie Alexander der Große

Alexander der Große in der Schlacht bei Gaugamela. Große Mosaik der Alexanderschlacht. Gefunden im Jahre 1831 in Pompeji.
Alexander wurde am 20. Juli 356 v. Chr. In Pella (heute griechisches Makedonien) als Sohn König Philipps II. Von Makedonien und der Königin Olympias geboren. Über seine Kindheit ist so viel bekannt, dass einiges aus dieser Biographie seiner frühen Jahre als legendenhaft ausgeschmückt oder sogar frei erfunden betrachtet werden kann. Wie damals nicht unüblich, hatte Alexander auch einen Stammbau, dieser soll väterlicherseits ohne Zweifel auf Herakles und Karanos, den ersten König der Makedonier, zurückverfolgt werden können. So weiß es zumindest der Geschichtsschreiber Plutarch. Damit wäre auch Göttervater Zeus im Stammbaum des Königs zu finden gewesen. Und auch seine Mutter, Olympia, hatte einen illustren Stammbaum vorzuweisen. In diesem sollen sich Achilleus und mit Aiakos ein weiterer Sohn des Zeus befunden haben.

Gespanntes Verhältnis zu König Philipp II.

Alexanders Vater Philipp war es während seiner Herrschaft gelungen das eher unbedeutende Makedonien zur stärksten Militärmacht der damaligen Zeit zu machen. Mit Ausnahme Spartas hatte Philipp alle griechischen Stadtstaaten in ein Bündnis unter seiner Führung gezwungen (Korinthischer Bund). Und Philipp hatte eine Militärreform durchgeführt von der Alexander bei seinen späteren Eroberungszügen profitierte.

Aristoteles als Erzieher von Alexander

Zur Erziehung seines Sohnes hatte Philipp den griechischen Philosophen Aristoteles an den Hof geholt. Aristoteles lehrte Alexander Philosophie, Kunst und Mathematik. Dies führte immerhin dazu, dass Alexander sehr gebildet war und der griechischen Kultur große Bewunderung entgegenbrachte.

Ansonsten kriselte es zwischen Vater und Sohn aber wohl gewaltig. Dies gipfelte wohl auch darin, dass Alexander mit seiner Mutter Olympia aus der Hauptstadt Pella flüchtete. Nach wenigen Monaten kehrte er nach Pella zurück. Seiner Thronfolge konnte sich Alexander aber wohl auch weiterhin nicht sicher sein.

König Philipp II. von Mazedonien Ermordung

336 v. Chr. wird Philipp während einer Hochzeit von seinem Leibgardisten ermordet. Natürlich kam auch das Gerücht auf, Alexander habe sich an einen Vatermord beteiligt. Ob Alexander und seine Mutter Olympia tatsächlich an der Ermordung des alten Königs beteiligt waren oder vielleicht nur Mitwisser waren liegt im Dunkeln der Geschichte.

Alexander wird König von Mazedonien

Alexander ist bei der Ermordung seines Vaters 20 Jahre alt und auch wenn er sich bis kurz vor dessen Tod der Thronfolge nie ganz sicher sein konnte, gelang ihm ohne auf nennenswerten Widerstand zu stoßen, die Thronbesteigung. Auch aufgrund der Fürsprache des Antipater. Mitglieder des Hofstaates, die das Gerücht streuten, Alexander sei an der Ermordung seines Vaters beteiligt gewesen oder habe sonst wie damit zu tun gehabt, werden umgebracht. Alexander gelingt es seine Macht zu sichern.

Alexander der Große als König

Nach dem Tod seines Vaters König Philipp II. wurde Alexander der Große im Jahre 336 als 20jähriger König. Zunächst ging er an die Konsolidierung der Macht in Griechenland. Es folgten elf Jahre lang Feldzüge um die Macht und die Ausweitung des Reiches. Im Jahre 334 v. Chr. Begann Alexander den persischen Feldzug. Er eroberte Kleinasien (Türkei) und 332 schließlich Tyros. Nach seinem Einmarsch in Ägypten wurde er dort als Pharao begrüßt. Alexander nahm Babylon ein und im Jahre 330 v. Chr. erreichte er an der Spitze seiner Truppen den heutigen Nordiran um von dort Zentralasien zu erobern und nach dem er das gesamte Perserreich erobert hatte, fasste Alexander den Beschluss sein Reich weiter nach Osten auszudehnen und seinen Indienfeldzug zu beginnen.

Indienfeldzug Alexanders

327 v. Chr. erreichte der Alexanderzug schließlich Pakistan. Indien war für die Griechen im vierten Jahrhundert v. Chr. Ein halblegendäres Land. Nur wenig war über das Land jenseits der Grenzen von Persien bekannt. Da wo Persien endete im Osten war Indien. Zu diesem Gebiet zählte neben dem heutigen Indien auch Pakistan und Afghanistan. Gründe für einen Indienfeldzug, zumindest militärische, gab es für Alexander den großen nicht. Man nimmt an, dass Alexander von Neugier und Kriegslust getrieben wurde.

In Indien feierte Alexander zahlreiche Erfolge bei seinen Eroberungen und Schlachten. Der Feldheer ging aber zunehmend grausamer gegen seine Gegner und die Bevölkerung vor. Am Ende Wollte Alexander auch noch das Königreich Magadha am Ganges erobern, starke Regenfälle (Monsun) demoralisierte die Truppe, die schon so lange und weit von zu Hause unterwegs war. Es kam zur Meuterei und Alexander der Große wurde zur Umkehr gezwungen. 326 v. Chr. Kehrte der Alexanderzug nach Persien zurück. Dort hat der König erst einmal genug zu tun, sich um die Hinterlassenschaften seiner Vertreter zu kümmern. Alexander der Große wollte sich nun daran machen, sein Reich zu festigen. Während der Planung einer Umsegelung Arabiens und der Einnahme der Arabischen Halbinsel starb der König gerade 33 Jahre alt in Babylon am 10. Juni 323 v. Chr. an einem Fieber.

Der Tod Alexander des Großen

Alexander der Große soll nach einer großen Feier an einem Fieber erkrankt und schließlich verstorben sein. Natürlich kamen auch Gerüchte auf, der König sei vergiftet worden. Dies ist aber höchst umstritten. Erst nach seinem Tod kam sein Sohn Alexander IV. Aigos zur Welt. Allerdings wurde der Sohn Alexander des Großen noch im Kindesalter ermordet. Alexander hatte, schließlich war er auch erst 33 Jahre alt gewesen, seine Nachfolge auch nicht geregelt gehabt. Und auf seinem Sterbebett traf er keine große Entscheidung. Auf die Frage, wem er sein Reich hinterlassen werde, soll der Feldherr geantwortet haben: Dem Stärksten von Euch. Und so entbrannte ein erbitterter Kampf um sein Erbe. Diesem Kampf fiel Alexanders Familie zum Opfer. Sein legitimer Sohn Alexander IV. Aigos wurde ebenso ermordet wie seine illegitimen Söhne und seine Geschwister und sogar seine Mutter. Alexanders Feldherren übernahmen als seine Nachfolger (Diadochen) anstatt der Familie die Macht. Keiner von diesen Diadochen war aber stark genug um sich gegen seine Konkurrenten durchzusetzen und kam es zu den Diadochenkriegen. Vielleicht war es das gewesen, von dem Alexander der Große auf dem Totenbett gesprochen hatte, als er sah, dass seine Freunde große Reiterspiele für ihn veranstalten werden.

Eroberer und Entdecker Alexander der Große

Vielleicht ist es falsch, Alexander den Großen in eine Liste mit Entdeckern aufzunehmen. Schließlich ging es dem Feldherren und König wohl eher um eine Reichserweiterung als um Entdeckung ferner Orte und Länder. Aber so war es eben bis in die späte Neuzeit hinein: Nicht Forschungsdrang und das Streben nach Wissen trieb die Menschen, sondern es ging meist um wirtschaftliche Belange und Macht.

Wissen über Indien - geographische Entdeckungen

Immerhin gelangten durch diese Feldzüge aber auch viel Wissen über das legendenhafte Indien in den Mittelmeerraum. Die Feldzüge Alexander des Großen trugen damit wesentlich zum geografischen Wissen der Zeit bei. Nicht verwunderlich, schließlich legte der Alexanderzug innerhalb von zehn Jahren eine Strecke von etwa 32.000 Kilometern zurück. Auf diesem Weg gründete Alexander der Große auch mehr als 70 Städte. Von dieser ist heute noch Alexandria in Ägypten die Bekannteste.

Alexander der Große heute

Schon zu seiner Zeit, ebenso in der weiteren Antike und auch im Mittelalter beschäftigte man sich mit Alexander dem Großen. Und auch heute ist das Leben und die Legende Alexanders populär. Und so gibt es auch zwei Filme um das Leben des Eroberers der Welt. Der neuere ist von Oliver Stones aus dem Jahre 2004, mit Angelina Jolie als Olympias und Colin Farrell als Alexander. Val Kilmer hat die Rolle des Vaters, Philipp II., inne.. Aus dem Jahre 1956 gibt es noch einen Monumentalfilm. In diesem spielt Richard Burton den Alexander.


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